Guten Tag!

Mich interessieren Figuren, die versuchen, aus ihren Rollen auszubrechen. Das ist nicht so leicht, schließlich leben wir, seitdem wir Menschenaffen sind, in Rollensystemen: Familie, Gemeinde, Gesellschaft. Was kostet es, wenn sich eine Figur auflehnt? Wo stößt sie auf Widerstände? Wie viel Kraft muss sie aufwenden, um aus ihrer Rolle auszubrechen? (jede Menge). Und da wird es interessant: Es braucht starke Charaktere.

 

Dabei interessiert mich unsere Gesellschaft, das Hier und Jetzt: Randgruppen und Menschen, die einen anderen Weg suchen, ihren Way of Life zu leben. Das können Hacker-Aktivisten sein, Pornodarsteller, Pick Up-Artists oder Wrestler. Wie sieht denn solch ein Leben aus, in welcher Realität befindet sich solch eine Figur? Die Hacker-Aktivisten folgen meist einer liberalen Politik, Informationen sind ihnen hoch und heilig – und dabei werden sie als Gefahr von der Obrigkeit und als Geek vom Pöbel eingestuft. Ein Pornodarsteller lebt die Grenzen, die in unserer Gesellschaft durch Tabus gezogen werden, offen und tagtäglich aus. Ein Wrestler trainiert bis zum Umfallen, um sich körperlich möglichst genau mit seinem „Gegner“ im Ring abzusprechen und mit ihm eine Geschichte zu erzählen – und muss sich trotzdem ständig anhören, es sei „alles nur Show“. Was macht das mit einem? Diese Diskrepanzen führen zu Leid, Verzweiflung und – genau – Rebellion.  

 

Meine Protagonisten wie Nebencharaktere sind gerne mal zugespitzt bis over the top (was in jedem Feedback meiner Schreibdozenten stand), aber immer mit einem realistischen Kern. Es soll vor allen Dingen unterhaltsam sein, wie Stanley Kubrick es formulierte. Und dabei auch mit einer Prise Humor erzählt (unbedingt!).

Ausbildung:

 

  • Teilnehmer Writer's Room:Lab 2017 des Bayrischen Filmzentrums

  • Bachelor-Absolvent Drehbuch/Dramaturgie der Filmuniversität Babelsberg 2016

  • Juniormitglied des VDD (Verband Deutscher Drehbuchautoren)

  • Mitglied bei Scriptmakers

  • Bachelor-Absolvent Germanistik und Philosophie der Universität Magdeburg 2012

  • Anfänge als Journalist/Redakteur (Artikel für die Magdeburger Volksstimme, Magdeburger Stadtmagazin DATEs,
    Urban-Magazin Youngspeech

 

 

Tags oder Nachts schreiben?

 

Tags, ganz früh morgens. Ich war nie ein Nachtschreiber, auch wenn das auf einige meiner Vorbilder zutrifft. Ich glaube, nachts zu schreiben hat etwas Magisches, weil zu der Zeit alle schlafen und man selbst machen kann, was man will – es bekommt keiner mit. Ich glaube aber, viele Menschen reden sich auch ein, Nachteulen zu sein, weil es etwas Cooles hat. Ich kann nur nachts schreiben, wenn ich tagsüber meine Arbeit nicht geschafft habe. Ich brauche aber die Konzentration, die ich morgens habe.

 

H.P. Lovecraft oder Stephen King?

 

Schwierig. Lovecraft habe ich früher entdeckt. Ich erinnere mich an einen fetten, dunkelblauen Schinken mit unzähligen Geschichten aus dem Lovecraft-Universum. Das habe ich mit 16 zu Weihnachten bekommen und danach war ich süchtig. Ich glaube, das war auch der Zeitpunkt in meinem Leben, an dem ich das erste Mal überhaupt süchtig nach Literatur wurde (entgegen all den anderen Autoren, die ja immer erzählen, dass sie schon mit vier lesen konnten und mit 10 alles von Dickens und Dahl verschlungen haben). King dagegen hat mir viel beigebracht. „Das Leben und das Schreiben“ lehrte mich, das Schreiben ernst zu nehmen. Von King habe ich insgesamt auch viel mehr gelesen, auch wenn ich erst später bemerkte, wie genial seine ironische Haltung ist und wie leichtfüßig er komplexe Geschichten aufbaut. Ich wäre nicht da, wo ich heute wäre, ohne Stephen King. Von daher: King.

 

Kunst oder Kommerz?

 

Die Mitte. Das eine gäbe es ohne das andere nicht.

 

Netflix oder Amazon Prime Video?

 

Ich lerne Amazon Prime Video gerade zu mögen. Die haben sich ziemlich coole Formate wie Homeland oder Mr. Robot gesichert. Aber Netflix hat einfach den cooleren Vibe. House of Cards, Orange is the new Black oder Bojack Horseman kommen einfach so cool daher, sind frech und mutig, das ist mir Prime manchmal zu konventionell dagegen. Außerdem hat Netflix Serien wie Stranger Things und A Series of unfortunate Events, die einfach in Stil und Erzählweise unique sind. Aber vielleicht holt Prime demnächst auf?

 

Serien oder Film?

 

Beides hat natürlich seine Vorzüge. Ich liebe es, mir einen 100 Millionen aufwärts fetten Blockbuster im Kino rein zu knallen, genauso wie ich gerne 10 Stunden aufwärts mit Charakteren verbringe, die mir ans Herz wachsen. Aber diese Antwort ist wohl zu diplomatisch und daher langweilig. Darum: Serien. Mit manchen Serien verbinde ich eine viel stärkere Verbindung als mit Filmen.

Liste wird fortgesetzt ...

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